Jörg Kraus

Jörg Kraus ist in Rottweil aufgewachsen und lebt heute in Heidelberg. Schon in jungen Jahren war er an Ausstellungen beteiligt, wandte sich dann aber in Studium und Beruf zunächst der Kulturwissenschaft zu. In dem breiten Themenspektrum das er bearbeitet, sind die Aspekte des Austausches an Grenzen und Übergängen immer wieder erkennbar.

So sind zum Beispiel in der Malerei im Zyklus „Windows“ die Assoziationen an Fenster und Durchblicke vorhanden, doch lässt die Abstraktion sehr viel Raum, in welchem sich die einfache Geometrie und die Farben entfalten können. Die ausbalancierte Struktur zwischen bearbeiteten und nicht bearbeiteten Flächen wirkt beruhigend, ohne jedoch dem Betrachter einen einfachen Ruhepunkt anzubieten oder die Offenheit des Blickes zu begrenzen.

Insbesondere in der Fotografie entsteht seit einiger Zeit ein Formenschatz von Figuren in Bewegung, sich auflösenden oder verschmelzenden Konturen, menschlichen Begegnungen die gerade dadurch transzendiert werden, dass sie nicht mehr als individuelle Begegnungen erkennbar sind. In verschiedenen Serien werden unterschiedliche Akzente gesetzt: Denkbilder, Earth and beyond, Jahreszeiten, Begegnung-Beziehung und andere.

Aus der Verbindung zwischen seiner künstlerischen Tätigkeit und seinem kulturwissenschaftlichen Hintergrund ergeben sich auch interessante Querverbindungen, die zum Teil in künstlerischen Arbeiten, mehr aber noch in einzelnen Vorträgen z.B. zu anthropologischen Grenzen und den damit verbundenen Herausforderungen des bildlichen Denkens ihren Niederschlag finden.