Bärbel Ricklefs-Bahr

Wenn Bärbel Ricklefs-Bahr ihre eigenen Arbeiten kommentieren soll, beginnt sie mit einem Zitat von Emil Schumacher: “Ich gehe das Bild unmittelbar an, dabei kommt es jedes Mal zu einer Begegnung des Materials mit mir, wobei ich ihm oft den Willen lasse, denn ich habe erfahren, dass es weiser ist als alle Berechnungen. Handwerk, Technik und Erregung sind eins. Die Farben reißen Formen an sich, die Zeichen verlangen Farben – indem ich mich mitreißen lasse, gewinne ich mein Bild.

Bärbel Ricklefs-Bahr geht ihre Bilder ähnlich an. Durch Auftrag und Abtrag vieler lasierender Farbschichten, durch Materialcollagen und das Arbeiten mit Sanden erzählt ihr das entstehende Bild den Weg. Sie bindet sich nicht an Gegebenheiten, ihre Bilder entstehen im Tun. Inspirationen sucht sie in der Natur. Die Zersetzung, der Verfall, die Zerstörung und die Veränderlichkeit versucht sie in ihren Materialbildern zu gestalten, festzuhalten. Die Natur ist ihr perfektes Vorbild.

Durch das zehnjährige Leben, Arbeiten und Segeln auf ihrem Schoner ist sie verwachsen und immer wieder beeindruckt von dem Meer. Die Weite des Horizontes, der Gezeitenspiegel, das Wellenspiel und vor allem der Farbenwechsel des Himmels und des Meeres spiegeln sich vielfach in ihren Bildern wider.

Immer seltener gibt sie ihren Bildern Titel. Der Betrachter soll die Möglichkeit haben, unvoreingenommen seine persönliche Verbindung zu dem Bild herzustellen.