Peter Wichmann

Peter Wichmann wurde 1949 in Oberhausen (Rheinland) geboren. Zum Studium der Architektur ging er nach Stuttgart und lebt seit 1972 hier. Diesen Beruf übte er bis 2012 teilweise als freier und angestellter Architekt aus.

2004 lernte er die Raku-Keramik kennen, jene spezielle Brenntechnik, die im 16. Jahrhundert in Japan entwickelt wurde. Von diesen ursprünglichen, archaischen Brennmethoden war er so fasziniert, dass er beschloss, sich intensiv damit zu beschäftigen. Mitten in den Weinbergen von Fellbach konnte Wichmann in einem verwilderten Garten seinen eigenen Brennplatz errichten. Dort werden seine Objekte hauptsächlich im Holzkohlebrand veredelt. Seit 2013 bietet er dort auch Kurse zum Thema Holzkohlebrand an. Er beteiligt sich an Ausstellungen mit nationalen und internationalen Keramikern und reicht seine Arbeiten mit Erfolg bei nationalen und internationalen Wettbewerben ein.

Das Thema von Peter Wichmann ist die Darstellung der menschlichen Gestalt. Einzelne Personen oder Gruppen werden in verschiedenen Posen dargestellt. Gefühle, Regungen, Verhaltensweisen sollen in den bildhauerischen, plastischen Arbeiten sichtbar gemacht werden. Das Material ist weißer Ton mit hohem Schamotteanteil und unterschiedlicher Körnung. Nicht die detailgetreue Wiedergabe der menschlichen Anatomie ist sein Ziel. Vereinfacht und grob gearbeitet, werden die Arbeiten im Holzkohlebrand oder im Kapselbrand mit Salzen und anderen Mineralien veredelt. Bei diesen Brennmethoden entstehen die Farben der Oberflächen erst im Brand. Beim Holzkohlebrand kommen zusätzlich Anflüge von Holzasche und Ablagerungen von Glut und Schlacken hinzu. Gerade diese nicht planbaren Ergebnisse der Oberflächen stellen den besonderen Reiz seiner Arbeiten dar.